Poesie und Philosophie in Phantasie mit Gott
Das verschwiegene Silvester – Vom künstlichen Kalender zu Gottes wahrem Rhythmus
Im tiefsten Winter hält die Schöpfung ihrem Atem an.
Gott hat der Erde ein weißes Schweigen auferlegt, einen heiligen, langsamen Modus, in dem das Leben seine Kräfte schont.
Die Tiere schlafen ihren tiefen, gottgegebenen Schlaf, während der moderne Mensch auf ein künstliches Raster starrt und glaubt, mitten in dieser eisigen Starre ein neues Jahr erzwingen zu können.
Wie seltsam ist diese von Menschen gemachte Chronologie: Wir feiern den Wechsel am Todestag eines Papstes, Silvester, ein Name aus Roms alten Tagen, markiert das Ende eines Kalenders, der einst politisch über die Welt gestülpt wurde.
Dabei vergaßen wir in unser Unwissenheit, dass es vor diesem Diktat der Zahlen andere, ältere Kalender gab – Rhythmen, die sich nicht nach Dekreten richteten, sondern nach dem Atem des Kosmos.
Die indigenen Völker dieser Erde besaßen diese ursprüngliche Weisheit noch.
Sie lasen die Zeit nicht von Papier ab, sondern verstanden die Sprache der Schöpfung.
Sie wussten, dass ein neues Jahr nicht im Totenschlaf der Natur beginnen kann.
In der tiefen Verbundenheit mit dem Schöpfer ehrten sie die wahren Zyklen der Erde.
Doch der Mensch der Neuzeit hat sich von dieser Naturweisheit entfremdet, hat die alten Kalender verdrängt und folgt nun blind einer erfundenen Schwelle seiner Zeit, die im Dezember eigentlich gar nicht weichen will.
Aus dieser Entfremdung heraus entsteht auch ein tiefer, innerer Widerspruch im Menschen selbst: Wir zwingen uns am ersten Januar zu guten Vorsätzen, zu Neuanfängen und großer Tatkraft.
Doch der Körper und die Seele spüren die Winterstarre; wir fühlen uns müde und ausgelaugt.
Weil wir gegen den Rhythmus der Schöpfung ankämpfen, scheitern diese künstliche Anfänge meist schon nach einigen Wochen und hinterlassen Frustration.
Wir versuchen zu säen, während der Boden noch gefroren ist.
Und während die Natur in Demut schweigt, bricht der Mensch mit künstlichen Donner in diesen Frieden ein.
Was als Freude getarnt wird, ist ein rücksichtsloser Krieg gegen die Schöpfung.
Wir jagen Tonnen von Schwarzpulver und giftigen Schwefel in die Luft, hüllen den Himmel in dichtem, brennenden Rauch und vergiften die Umwelt, die uns das Leben schenkt.
Besonders in den engen Schluchten der Großstadt, im steinernen Herz von Metropolen wie Hamburg, entlädt sich dieser Wahnsinn wie in einem Hexenkessel.
Es ist ein ohrenbetäubender Lärm, ein unerträgliches Grollen, das von den Häuserwenden widerhallt und kein Raum zum Atmen lässt.
Für die Schöpfung und für jede feinfühlige Seele fühlt sich diese Nacht genau so an: wie Krieg.
In diesem städtischen Inferno gibt es kein Entkommen.
Die Vögel der Stadt, die in den Bäumen und an den Fassaden Schutz gesucht haben, werden jäh aus dem Schlaf gerissen.
In blinder Todesangst fliegen sie auf, hinein in den ätzenden Qualm, verlieren jede Orientierung im grellen Schein der Explosionen und stürzen oft entkräftet zu Boden.
Ihr lautloser Schmerz verhallt im Jubel der Masse.
Doch nicht nur die Tiere leiden.
Wer hochsensibel ist, wer die Welt ungefiltert und tief im Herzen spürt, für den wird diese Nacht zu einer fast unerträglichen Prüfung.
Die Schwingungen des Schreckens drücken auf die Seele, weil man das kollektive Trauma der Kreatur mitempfindet.
In den Stuben winseln die Haustiere, kleine Kinder weinen vor Schreck, und bei den alten Menschen weckt dieses künstliche Schlachtfeld am Himmel die dunklen, realen Schatten längst vergangener Kriegstage.
Dabei sind wir im Geiste und in unserer Entwicklung schon so viel weiter.
Gott hat uns den Verstand geschenkt, um Technologien zu erschaffen, die die Schöpfung bewahren, anstatt sie zu verwunden.
Wir besitzen längst die Mittel für einen friedlichen, wunderschönen Wandel.
Schau hin, was möglich ist, wenn wir den Fortschritt mit Empathie verbinden: Wir können den Himmel in ein Meer aus Poesie verwandeln, ganz ohne Knall.
Lautlose Drohnen Shows, die wie Sternenbilder über den Städten tanzen, und filigrane Lasertechniken , die fantastische Farben und Formen in die Nacht projizieren.
Wenn wir dieses visuelle Wunder dann noch mit sanfter, kraftvoller Musik hinterlegen, die die Herzen der Menschen berührt und sie in Harmonie vereint, erschaffen wir ein echtes Fest der Sinne.
Eine Kunst, die erhebt, statt zu zerstören.
Kein Vogel müsste sterben, kein hochsensibles Herz erzittern, kein Kind weinen und kein Schwefel die Luft verpesten.
Es liegt in unserer Hand, das Licht sanft und melodisch in die Dunkelheit zu tragen.
Denn die Philosophie der Wahrheit liegt im Verborgenen, dort, wo die Ewigkeit in ihrer harmonischen Einheit webt.
Gott lässt das Neue nicht im kalten Totenmonat, im städtischen Beton und im Qualm des Schwefels beginnen.
Das wahre Jahr startet, wenn die Sonne das Eis besiegt, wenn der milde Wind des Frühlings die Knospen küsst und die Luft rein und klar ist.
Erst der erste April ist der wahre Thron des Neubeginns, wenn die Natur erwacht, die Vögel endlich wieder befreit singen und das Leben triumphiert.
Dann schlägt auch die wahre Stunde für unsere inneren Vorsätze, denn nun schenkt uns die auferstehende Natur die Kraft des Schöpfers für alles Neue.
Sie nannten ihn den Tag der Narren, weil sie die kosmische Weisheit des Frühlings nicht mehr verstanden.
Doch im April spricht Gott sein wahres: „Es werde Licht!“ – und die Schöpfung antwortet mit dem ersten, reinen und friedlichen Herzschlag des Jahres.
Das rundet den Bogen vom Kosmos über die Gesellschaft bis hin zum eigenen, inneren Erleben des Menschen perfekt ab.
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